Pause vom Alltag …

Fr, Januar 15, 2016 Aus Von Anja

… und vier Tage in Paris sind dafür mehr als gut geeignet! Anreise ist uns bequem mit dem TGV möglich, der zwischen München und Paris pendelt. Kurz hinter Strassburg macht er seinem Namen dann auch alle Ehre und brettert mit über 300 durch bis in die Hauptstadt. Paris ist um diese Jahreszeit touristisch immer etwas weniger belebt, aber uns erscheint es, ganz besonders ruhig zu sein (am Eiffelturm ist nur einer der Fahrstühle in Betrieb und dennoch bildet sich keine Warteschlange!). Die massiven Anschläge von vor zwei Monaten haben die Verhältnisse nachhaltig verändert. Immer wieder begegnen wir Trupps patrouillierender Soldaten mit Gewehr überm Arm. An jeder Sehenswürdigkeit und jedem Kaufhauseingang Security-Check, Jacke aus, Tasche auf. Die Türen der Hotels hält man auch tagsüber verschlossen und öffnet nur für angemeldete Gäste. Wir besuchen eines der unzähligen Pariser Theater, auch dort ist die Einlasskontrolle streng und man weist die Besucher gleich vorweg darauf hin, dass in einer Szene Feuerwerkstechnik zum Einsatz kommt – kein Grund zu Panik also.

… Die Zeichen unserer Zeit…

Wir erkunden Paris weitestgehend zu Fuß. Rauf auf Monmartre und wieder runter, die Seine entlang, über die Inseln und quer durch Marais. Einfach hier mal einbiegen oder da mal durchlaufen und die Augen wandern lassen. Man kommt dabei unweigerlich an den Premium-Shops der großen Modemarken vorbei, mäßig interessant, glitzernder Einheitsbrei auf die Dauer. Aber ein traditionelles Geschäft, das einzig und allein Kontrabässe verkauft, das hat was. Und dann gibt es da irgendwo einen uralten, dunklen und in seinen Tiefen unergründlichen Laden für Küchenutensilien, wo die Schöpfkellen verstaubt von der Decke hängen und Kupfertöpfe in hohen Bretterregalen Türme bilden. Was sich da nicht alles an interessanter Gerätschaft finden und heute noch erwerben lässt! Eine Entenpresse zum Beispiel. Gesehen hat man das ja vielleicht schonmal wo, aber gewiss noch nie selbst benutzt, geschweige denn in die eigene Küche gestellt. Wir auch nicht, ist ja so schon nimmer zu wenig Platz 😉

Unter architektonischen Gesichtspunkten ist die Stadt natürlich ein Unikat. Die großen Boulevards, die Sichtachsen quer durch, mit Monumenten als Blickfang an geeigneter Stelle. Schmuckvolle Fassaden mit eben jenen bekannten französischen Balkonen. In dieser Einheitlichkeit über ein so weites Stadtgebiet hinweg dürfte es das sonst nirgendwo zu bewundern geben.

Fazit: vier Tage reichen hinten und vorne nicht. Budgettechnisch zwar schon, ja, Paris ist teuer, auch wenn man nicht täglich ins Restaurant geht und sich dafür mit Käse, Baguette und Wein aus dem Supermarché „behilft“. Aber um das gewisse Savoire-vivre nachzutanken, muss man immer wieder herkommen. Wieder und wieder …